Unsere persönliche Psychologen

Eliane Stiebellehner

Die Helfer in Not! Was würden wir ohne sie tun?
Über Freundschaft in der Generation Z.

Lieblingsmensch, Rettung in der Not, Busenfreundin, Buddy, Schätzli oder Idiot. Es gibt viele Begriffe für die wichtigen Menschen in unserem Leben.  Einige dieser Menschen kennen wir schon, seit wir in die Windeln machen, andere sind erst mit den Pickeln dazugekommen. 

Beginnen wir ganz am Anfang, als wir noch im Kindergarten waren. Freundschaften zu schliessen war Wort wörtlich ein «Kinderspiel». Uns war egal, von wo jemand kommt, was für Kleider man trägt, was für ein Haarschnitt man hat und was man sonst noch alles verurteilen kann. Es ging nur darum, zusammen Spass zu haben.

Doch Zeiten vergehen und die Dinge ändern sich. Plötzlich geht es darum, wie viele Follower man auf Instagram hat, was für Schuhe man trägt und in was für einer Clique man ist. Und wären doch da nicht diese Jungs, die uns den Kopf verdrehen. Heute kann man für so ziemlich alles verurteilt werden. Zum Glück haben wir unsere Freunde. Sie sind da, wenn dich die Leute komisch anschauen. Sie sind da, wenn du Dampf ablassen musst. Sie sind da, wenn es was zu feiern gibt. Sie sind unsere persönlichen Psychologen. Sie kennen uns in und auswendig. Manchmal muss man gar nicht gross miteinander reden. Es reicht nur schon «der Blick» und die Situation ist klar. Sagt jemand etwas Unsinniges? «Der Blick» zur Freundin, und sie versteht, was ich meine. Muss man in der Schule einen Partner auswählen?  «Der Blick» zur Freundin und das perfekte Dreamteam steht in den Startlöchern. Läuft gerade ein süsser Junge vorbei? «Der Blick» zur Freundin und beide wissen, was los ist. Freundschaft bedeutet nicht, dass man sich jeden Tag sieht. Manchmal machen Freunde ein Austauschjahr. Jetzt kommen unsere Handys ins Spiel. So ziemlich jeder verbietet sie uns. Aber hier ermöglichen sie, mit unseren Freunden über die Ozeane weiter zu tratschen.

Man muss aber auch nicht jede freie Minute, die man hat, mit seinen Freunden verbringen. Ich kann leider nur von der Sichtweise eines Mädchens berichten, aber wir können dieselben Themen immer und immer wieder durchnehmen. Ich möchte aber das Thema Freundschaft nicht nur schönreden. Es ist nicht immer alles «easy peasy lemon squeezy». Jeder hat sich schonmal mit seinembesten Freund oder seiner besten Freundin gestritten, und sei es noch so ein kleines Problem gewesen. Man möchte in diesem Moment seinen ach so tollen Freunden auf keinen Fall begegnen, sonst fliegen die Fetzen. Aber sind wir mal ehrlich, da hat wohl die Dramaqueen in uns drin wieder mal überhand gewonnen. Spätestens nach drei Tagen kommt man zur Vernunft und man versöhnt sich wieder. Da sieht man, dass wir ohne sie nicht auskommen. 

Es funktioniert nicht immer alles so, wie es in den Hollywood Filmen vorgezeigt wird. Mädels streiten sich und rupfen sich an den Haaren. Am nächsten Tag fallen sie sich weinend in die Arme und sagen was für Idioten sie doch waren. Doch manchmal leben sich zwei Menschen einfach auseinander. Aber unsere wahren Freunde gehen nicht, wenn es mal unangenehm wird. Die stehen dann mit Chips und Schokoeis vor der Haustür und sorgen dafür, dass man vor lauter Lachen kaum mehr atmen kann.

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