Gymnasiasten leiden unter Schlafmangel

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Schlaf und Erholung ist in unserer leistungsorientierten Welt wichtiger denn je. Genügend Erholung trägt genau so viel zum Erfolg bei wie tägliches Lernen oder Trainieren. Trotzdem haben Schweizer Gymnasiasten zu wenig Schlaf.

Drei von vier Jugendlichen schlafen zu wenig, sagen Studien. Die erste Lektion am Morgen ist eine Qual für die Schüler. Sie haben die Augen zwar geöffnet, aber geistig sind sie nicht dabei. Sie nehmen fast nichts auf. «Bei den Gymnasiasten verschärft sich das Problem», sagt der Präsident des Vereins der Schweizerischen Gymnasiallehrer, „da der Weg bis zur Schule für die meisten deutlich länger ist als zur obligatorischen Schulzeit.“ Tatsächlich müssen die meisten Schüler eine Stunde vor Schulanfang aus dem Haus gehen. Die Folgen sind zu wenig Schlaf, schlechtere schulische Leistungen, manchmal sogar gesundheitliche Probleme. Deshalb ist es klar, dass man über einen späteren Schulanfang diskutieren sollte. Studien haben belegt, dass Kinder erfolgreicher lernen und ausgeglichener sind, wenn die Schule später beginnt. Die Lehrer sind dafür, dass der Unterricht später beginnt. Schon eine kleine Verschiebung des Unterrichtsbeginn macht einen Unterschied. Ein möglicher Kompromiss wäre, dass die Schule erst um acht Uhr beginnt. Das Problem ist, dass es dann schwieriger ist, alle Lektionen in den Tag zu packen, auch wenn man kürzere Pausen macht. Die Unterrichtszeit ist an Schweizer Gymnasien im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Während deutsche und französische Gymnasiasten wöchentlich 27 bis 32 Lektionen besuchen, sind es in der Schweiz zwischen 36 und 38 Lektionen. Andere Länder wie England oder Schweden berücksichtigen die Ergebnisse der Studie stärker. In Kalifornien wurde sogar ein Gesetz erlassen, das die Schule nicht vor 8:30 Uhr beginnen darf. Alle suchen ein schulisches Wundermittel, das die Leistung ohne zusätzliche Kosten verbessert. Die Schüler sollen einfach früher schlafen gehen, könnte man meinen. Doch das funktioniert nicht so einfach im Jugendalter, genau das zeigen die medizinischen Studien. Der Schlafrhythmus ist nicht gleich wie bei Erwachsenen. Hinzu kommt: Es gibt drei Arten von Menschen: Diejenigen die früh aufstehen und früh einschlafen. Dann solche, die spät einschlafen, obwohl sie früh ins Bett gehen. Sie können nicht früh einschlafen, deshalb stehen sie auch meistens spät auf. Dann gibt es noch die, die spät schlafen gehen und spät aufstehen. Sie haben am meisten Mühe in der Schule. Die richtige bzw. beste Lösung ist immer noch nicht gefunden worden.

A.D.

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