Ich lebe meinen Traum jeden Tag

Autor: Tom Weckes/ Matej Sarnovsky

Fotos: Constantin Hartmann


Es wird immer schwieriger, eine Modeboutique selbstständig zu leiten. Dennoch haben wir eine Frau getroffen, die dies seit 20 Jahren schafft: Prisca Waller.

Prisca Waller fertigt in ihrer kleinen Modeboutique an ihrer Nähmaschine ein neues Stück an. Sie ist schwarz gekleidet, bis auf ihren Schal und ihre Brille, und trägt ein breites Lächeln, wenn ein Kunde ihr Geschäft betritt. Prisca Waller ist eine aufgestellte und witzige Dame. Sie ist selbstbewusst und weiss genau, was sie macht. Grenzen in ihrem im Beruf kennt sie nicht. Sie besitzt seit 20 Jahren eine kleine aber feine Modeboutique in der Zuger Altstadt.

Das war nicht immer so. «Ich war früher Arztgehilfin, doch seit meiner Kindheit war es mein Traum, Modedesignerin zu werden», sagt sie voller Freude. Das Einzige, was sie an ihrer Entscheidung bereut, ist, dass sie ihren Traum nicht schon früher verwirklicht hat. Sie ist seither froh, ihren Beruf auszuüben und möchte auch noch lange nicht damit aufhören. Doch sie war sich nicht immer sicher, ob ihr Branchenwechsel auch wirklich funktionieren wird.

«Seit meiner Kindheit war es mein Traum, Modedesignerin zu werden»

Das war nicht immer so. «Ich war früher Arztgehilfin, doch seit meiner Kindheit war es mein Traum, Modedesignerin zu werden», sagt sie voller Freude. Das Einzige, was sie an ihrer Entscheidung bereut, ist, dass sie ihren Traum nicht schon früher verwirklicht hat. Sie ist seither froh, ihren Beruf auszuüben und möchte auch noch lange nicht damit aufhören. Doch sie war sich nicht immer sicher, ob ihr Branchenwechsel auch wirklich funktionieren wird.

Am Anfang ihrer Karriere hatte Prisca Waller nur sehr tiefe Erwartungen und ging mit einer sportlichen Mentalität an den Start: «Wenn es klappt, ist es sehr gut, und wenn nicht, habe ich es wenigstens probiert.» Es hat funktioniert und seitdem hat Prisca Waller nie ans Aufhören gedacht.

Ihren Beruf assoziiert sie mit Leidenschaft, Spass und der Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen. Es ist für sie immer wieder aufs Neue ein Highlight, wenn einer ihrer treuen Kunden ihre Modeboutique besucht und eines ihrer Stücke kauft.

«Natürlich ist es eine Herausforderung, ohne ein festes Einkommen eine Modeboutique zu erfolgreich zu führen. Manchmal verkauft man etwas mehr und manchmal etwas weniger», sagt sie. Dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen, vertraut auf ihre Ideen und ist froh, dass es ihr die treuen Kunden gleichtun.

Es gibt für Prisca Waller nur wenige Rückschläge oder Misserfolge. Es stört sie aber sehr, wenn sie Stoff einkauft, von dem behauptet wird, dass er hoch qualitativ sei und ganz sicher den Preis wert. Erst wenn ein Kunde sie darüber informiert, stellt sich jedoch heraus, dass die Qualität mitnichten befriedigt. Prisca findet solche Situationen peinlich, obwohl sie nichts dafür kann.

Mode hat für Frau Waller eine bestimmte Bedeutung: Sie ist das Unterstreichen einer Persönlichkeit, einer Person. «Es ist für mich sehr spannend, die verschiedensten Kleider an Menschen zu sehen. Dass nicht jeder den Trends nacheifert, finde ich lobenswert. Manchmal gefällt mir, was sie tragen und ich lasse mich inspirieren, aber auch gibt es Styles, die mich persönlich eher nicht ansprechen.»

Mode hat für Frau Waller eine bestimmte Bedeutung: Sie ist das Unterstreichen einer Persönlichkeit, einer Person. «Es ist für mich sehr spannend, die verschiedensten Kleider an Menschen zu sehen. Dass nicht jeder den Trends nacheifert, finde ich lobenswert. Manchmal gefällt mir, was sie tragen und ich lasse mich inspirieren, aber auch gibt es Styles, die mich persönlich eher nicht ansprechen.»

«Ich würde nie einem Kunden ein Kleidungsstück verkaufen, wenn ich sehe, dass es ihm nicht liegt.»

Für Frau Waller ist wichtig, dass ihre Kunden sich in ihren Klamotten wohlfühlen und sie sich nicht in etwas reinzwängen, das ihnen missfällt. Prisca besteht darauf, dass ihre Kunden zufrieden sind: «Ich würde nie einem Kunden ein Kleidungsstück verkaufen, wenn ich sehe, dass es ihm nicht liegt.» Es entsteht der starke Eindruck, dass in der Boutique «Prisca Waller» die Kundenzufriedenheit über allem steht.

Es ist wichtig für sie, dass jeder seinen eigenen Stil findet, diesem nachgeht und nicht einfach etwas trägt, nur um zu einer Gruppe dazuzugehören oder dem Trend zu folgen, wie andere es tun. Man soll einzigartig sein und seinem eigenen Geschmack freien Lauf lassen. «Das zeugt von wahrer Willensstärke und ist wirklich bewundernswert.»

Dennoch ist es kaum möglich, eine Modeboutique einigermassen erfolgreich zu führen, ohne dass auch nur ein kleines Stück der heutigen Trends in die Kollektionen einfliesst. Trotzdem darf es nicht dazu kommen, dass der eigene Geschmack vernachlässigt wird. Das Ziel eines Modedesigners ist ja schliesslich auch die Verwirklichung davon. Es muss also eine gesunde Mischung zwischen dem bestehenden Trend, den eigenen Ideen und dem eigenen Stil entstehen.

Würde sie den Trend 1:1 kopieren, dann würden die Leute ihre Kleider bei günstigeren Kleiderketten kaufen. «Bei günstigen Kleidungsstücken weiss der Kunde nicht, ob sie von Kindern in Bangladesch oder China hergestellt werden. Bei mir weiss man, dass meine Stücke explizit von mir oder meiner Schneiderin produziert werden», erzählt sie stolz.

Die Prototypen ihrer Ideen werden von ihr persönlich getestet und so ist sie in der Lage, selber zu merken, welches Verbesserungspotential ein Prototyp hat und was noch verändert werden muss, um ihn für den Verkauf freizugeben.

Eine Frau bleibt für einen Moment vor dem Laden stehen und sieht durch die Scheibe in den schlichten Verkaufsraum. Nach einem kurzen Blick auf ihre Armbanduhr geht sie jedoch auch schon weiter.

Auf eine bestimmte Kleiderart, wie z.B. nur Hosen, ist sie nicht spezialisiert. Sie macht das, was sie gerne anziehen würde oder einfach das, was ihr gerade Freude bereitet. Jeans stellt sie jedoch keine her, weil sie die entsprechenden Maschinen nicht besitzt und sie die Jeans zu teuer verkaufen müsste.

Eine klare Inspirationsquelle hat Frau Waller nicht, keine Musik, kein Bild, kein Garnichts. Sie besucht lediglich Brockenhäuser oder Second-Hand-Läden. Die dort gefundenen Kleider entwickelt sie zu eigenen Werken, zum Beispiel dadurch, dass sie etwas annäht oder sie sonst irgendwie verändert.

Sogar den Stoff für ihre Diplomarbeit hat sie damals in einem Brockenhaus aufgetrieben. «Ich hatte nach zwei Jahren Schule kein Geld mehr und brauchte für meine Diplomarbeit Stoff.» Also fragte sie sich, wo sie wohl am billigsten Stoff herkriegen könnte und entschied sich, alten Vorhangstoff im Brockenhaus zu kaufen. Prisca Waller kann stolz auf ihren Laden sein, sie hat vieles erreicht – und dass sie nie daran gedacht hat, ihren Traum aufzugeben, das ist beneidenswert!

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