Erste Schritte im Beruf

Verglichen mit dem Gymnasium bietet die Lehre einen völlig anderen Weg. Einen Einblick in den Alltag eines KV-Lehrlings zeigt uns der bei Ringier Axel-Springer angestellte Samuel da Rocha.

Geschrieben von Jonas Gantner und Noe van Messel, Fotos Mike Rageth

Montagmorgen, 7:00 Uhr. Sam heisst uns herzlich bei Ringier Axel Springer willkommen. Sein Arbeitsgeber Ringier ist seit insgesamt fünf Jahren in diesem Gebäude untergebracht. Wir befinden uns im sogenannten Medienpark, so wird das Gebäudekonstrukt genannt, in welchem sein Arbeitsgeber beherbergt ist. Sam führt uns zu seinem Arbeitsplatz. Mit dem Lift begeben wir uns in den dritten Stock. Er öffnet die Tür und heisst uns herzlich bei der Tochterfirma Beobachter® willkommen, bei welcher er zurzeit arbeitet. Der Vorteil, in einem grossen Konzern zu arbeiten, liegt darin, sehr viele verschiedene Bereiche kennenzulernen und unterschiedliche Arbeiten machen zu müssen, meint Sam.

«Du wirst bezahlt, um mehr zu wissen»

Man versucht, von früh bis spät möglichst viel aktuelles Wissen der Welt weiterzugeben. Die Lehre bei einem Medienriesen wie Ringer Axel Springer ist mit vielen Vorteilen verbunden. Als Lehrling hat man immer etwas zu tun, man kann sich an den künftigen Berufsalltag gewöhnen und man bekommt eine gesunde Abwechslung zur Schule.

Die Medienwelt ist stark von Frauen geprägt. Laut Sam ist die deutliche Mehrheit im Betrieb, seien es Lernende oder Angestellte, weiblich. Dies sei gewöhnungsbedürftig, meint er mit einem spitzbübischen Schmunzeln.

Als Lernender ist es unumgänglich, die Zusammenarbeit mit seinen Arbeitskollegen zu lernen, und zwar schonin frühen Jahren. Eine monatliche Lohnquelle ist, wie Samuel sagt, etwas, an das man sich gewöhnen muss. Allerdings, lächelt er, gewöhne man sich daran gern. Der Lohn gibt Sam eine neue Art von Eigenständigkeit und Freiheit vom Elternhaus, welche wir als Schüler nicht haben.

 Eine optimale Lehrstelle

Ein Lehrbetrieb, in dem man sich wohlfühlt, gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Startphase ins Berufsleben. Sam rät jedem, der eine Lehrstelle sucht, viel in verschieden Bereichen zu schnuppern. Man sieht äusserst gut hinter die Kulissen eines Berufs oder einer Firma – besser, als man vielleicht denkt. Seine individuellen Stärken und Schwächen abzuschätzen und diese mit seiner zukünftigen Karriere zu verknüpfen kann knifflig sein. «Mach nicht dein Hobby zu deinem Beruf», ist ein Ratschlag von Samuel. Die goldene Mitte und ein gesunder Abstand zwischen Freizeit und Beruf zu finden ist für ihn persönlich sehr wichtig. Er ist zufrieden mit seinem derzeitigen Arbeitgeber. Ein gutes Verhältnis mit seinen Mitarbeitern ist deutlich spürbar, mit seinen Arbeitszeiten ist er zufrieden und die Firma machte auch auf uns, an diesem Montagmorgen, einen sehr positiven Eindruck.

KV für Kaffeeverteiler

Mike_KV_Samuel_4Die Hauptaufgaben als Lehrling speziell im kaufmännischen Bereich sind überschaubar, jedoch nicht zu unterschätzen. Man kann von Anfang an mittun und kommt sich nützlich vor, ob man beim Postfach den morgendlichen Pöstler spielt, oder eine Bestellung von Rohmaterial wie Druckerpatronen aufgibt. Je länger man dabei ist, desto mehr Verantwortung wird einem zuteil. Mit hohen Geldsummen darf oder muss man schon im jungen Alter jonglieren. Samuel meint, viel Verantwortung zu tragen sei sehr wichtig auf dem Weg zum Erwachsensein.

Ein notwendiger Ausgleich

Sams Hobby ist nicht alltäglich: In seiner Freizeit fliegt er. Vor eineinhalb Jahren hat er die Ausbildung zum Motorsegelpilot abgeschlossen und seither hat ihn das Fieber des Fliegens gepackt. Sam hat seiner Freizeitbeschäftigung oberste Priorität verliehen und vergass dadurch fast seine berufliche Zukunft. Das Fliegen ist für ihn ein sehr schöner und notwendiger Ausgleich zum Büroalltag.

Wenn man den ganzen Tag im Büro ist und auf einem Stuhl sitzt, leidet auch der Köper. Sam sagt dazu, dass man wirklich merkt, wie man den Drang dazu verspürt, Sport zu machen und in die Natur zu gehen. Sam geht aus diesem Grund gerne nach der Arbeit joggen oder macht sonst etwas Sportliches in der Natur. Für ihn ist es neben den Hobbies und seinem Beruf auch wichtig, seine Freunde regelmässig zu sehen. Er will viel Zeit mit Freunden, der Familie und seiner Freundin verbringen.

Zukunft kann kommen

In Bezug auf seine Zukunft ist sich Sam noch eher ungewiss. Er hat zwar schon einen Plan, in welche Richtung es ihn verschlagen könnte. Aber man wisse ja nie, wie es schlussendlich kommt, meint er. Sein nächstes Ziel ist es, die Lehre erfolgreich abzuschliessen. Er ist jetzt im ersten Lehrjahr und muss darum noch zwei Jahre in der Lehre sein, aber er freut sich darauf.

«Wenn du in deinem Beruf glücklich bist, bist du schon erfolgreich», sagt Sam. Er bezeichnet sich als offenen Menschen, und das unterstreicht er auch in seinem Beruf. Seine Offenheit und gute Kommunikationsfähigkeit kann er gut nützen. Er sieht die Chance, einmal Karriere zu machen. Ob er das wirklich will, weiss er allerdings noch nicht.  Glücklich zu sein hängt, seiner Meinung nach nicht von Erflog ab. Jedenfalls möchte Sam nach seiner Lehre die Berufsmatura nachholen. Er wird dafür ein Jahr opfern, damit er nachher die Matura hat. Mit dieser Matura ginge er gerne an die ZHAW. Sam ist fasziniert vom Unternehmertum und sähe sich gerne im Studiengang der Betriebswirtschaftslehre. Wir merken, dass ihn dieses Thema wirklich brennend interessiert.

Sam möchte eine möglichst grosse Bandbreite von verschiedenen Berufen sehen und erleben. Für ihn ist es wichtig, dass man sich vor Betriebsblindheit schützt. Junge Menschen, welche auf der Schwelle zu einer Lehre stehen, berät und hilft Sam gerne. Er weiss, dass diese ausschlaggebend für die Zukunft ist. Sam möchte nicht bis zu seiner Pensionierung in dieser Firma arbeiten. Er will raus, um auch einen anderen Betrieb zu sehen. Sam weiss zwar noch nicht, in welchen Beruf oder Bereich es ihn verschlagen wird. Was er aber weiss, ist, dass er offen für jeden Weg ist, und dass er sich auf seine Zukunft freut.

 

KV – die Lehre für Unschlüssige?

Die dreijährige Lehre zur Kaufmännischen Ausbildung öffnet verschiedene Türen zur Berufsweiterbildung. Es gibt zwei verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten: die Basisausbildung und die erweiterte Grundbildung. Eine berufsbegleitende Maturität ist möglich, wenn man das Profil mit der erweiterten Ausbildung wählt. Die Ausbildung zur Kauffrau/-mann hat einen grossen Andrang.

Im KV wird man meistens mit Aufgaben im Bereich Administration und Verwaltung konfrontiert. Als KV-Lehrling sollte man Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit zur Organisation mitbringen. Diese werden im Werdegang zur Kauffrau/-mann weiter gefördert und geschult.

Lehrstellen werden in vielen unterschiedlichen Branchen angeboten. Unternehmen im Bankwesen, Journalismus, Versicherungswesen, Handelsbetriebe, industrielle Unternehmen oder öffentliche Verwaltungen suchen Lehrlinge.

Quellen: Wikipedia, Website kaufmännischer Verband

 

 

 

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